Projekt

Logo-goldene-SonneAbstract

Seit Jahrzehnten sind die Überreste des Goldbergwerkes „Goldene Sonne“ bekannt. Das Bergwerk wurde 1803 gegründet und wurde in mehreren Abbauperioden bis 1861 von verschiedenen Leuten betrieben. Zwischen 1876 und 1885 kam es erneut  zu verschiedene Abbauversuchen. 1939 und 1958 wurde zum letzten Mal am Calanda bergmännisch nach Gold geschürft, jedoch ohne Erfolg. Dass das Gebiet am Calanda schon in früheren Zeiten wegen seinem Erzvorkommen aufgesucht wurde, belegen mittelalterliche Quellen. Dank mehrjährigen Prospektionen konnten nun auch die ersten prähistorischen Stollen und Pingen entdeckt werden.

 

Projektrahmen

Das Projekt wurde 2007 durch Mirco Brunner als Schweizer Jugend forscht Projekt ins Leben gerufen und ist seit 2016 als Kooperation zwischen der Universität Bern, IAW und dem Archäologischem Dienst Graubünden aufgegleist. Zugleich ist das Projekt als Lehr- und Forschungsfeldwoche ausgelegt, bei dem die Ausbildung der Studierenden sowie die systematische wissenschaftliche Aufarbeitung der archäologisch relevanten anthropogenen Eingriffe am Calanda im Zentrum stehen. Im Anschluss an die Feldarbeiten (Vermessung und Prospektion) steht die Auswertung der Daten die in Form von Übersichtskarten, detaillierte Plänen und 3D-Modellen ausgearbeitet werden, im Fokus.

 

Fragestellungen

Konkret werden folgende Fragestellungen Verfolg:
1. Datierung und Chronologie: Wann wurden die Stollen angelegt und wie lange ist ein solcher in Betrieb?
2. Bergbau und Erze: Wo und wie wurden die Erze am Calanda gefunden und abgebaut?
3. Welche Ausmasse weist der Bergbau am Calanda auf?
4. Welche archäologischen Zeugnisse (Stollen, Pingen, Knappenhaus, Knappenweg) sind am Calanda nachweisbar?
5. Inwiefern können die archäologischen Zeugnisse am Calanda mit den vorhandenen schriftlichen Quellen in Zusammenhang gebracht werden?

 

Ziele

Ziel des Projekts ist eine geodätische Erfassung der historischen und prähistorischen Stollen am Calanda. Dazu gehören der Aufbau eines Basisfestpunktfeldes, die Verortung der Fundplätze an sich, die Georeferenzierung und Ergänzung vorhandener Dokumentation (Pläne von Stollensystemen) sowie die kleinräumige Erfassung messtechnisch bisher undokumentierter Strukturen (Pingen, Knappenhäuser usw.). Die Ergebnisse des Vorhabens sind Übersichtskarten, detaillierte Pläne und 3D-Modelle der archäologisch relevanten anthropogenen Eingriffe am Calanda.

 

Projektleitung

Mirco Brunner
Archäologe, IAW Universität Bern

Anja Buhlke
Diplom – Ingenieurin (FH) Kartographie und Grabungstechnik

 

Partner

Institut für Archäologische Wissenschaften, Universität Bern
Archäologischer Dienst Graubünden
Freunde des Bergbaus in Graubünden

 

Projekt-Publikationen

M. Brunner, M. Seifert, Die ur- und frühgeschichtlichen Höhlen- und Einzelfunde von Felsberg, Archäologie Graubünden 1, 2013, 59–97.